Letzte Woche hat ein Bekannter seinen Betrieb geschlossen. Nicht weil er keine Aufträge hatte — sondern weil er niemanden mehr hatte, der sie ausführt.
Er ist kein Einzelfall. Das Statistische Bundesamt hat im März 2026 die Insolvenzzahlen für 2025 veröffentlicht. Und die sind ernüchternd.
Die Lage: Höchster Stand seit über 10 Jahren
(+10,3% zum Vorjahr)
(+13,3% zum Vorjahr)
über Aufgabe nach
durch Insolvenzen 2025
Die Gastro trifft es am härtesten: +27% Insolvenzen. Im Bau sind es 104 Fälle je 10.000 Betriebe — der drittschlechteste Sektor. Und das sind nur die offiziellen Zahlen.
Das stille Sterben
Auf jede offizielle Insolvenz kommen geschätzt 10 stille Betriebsaufgaben. Kein Verfahren, keine Schlagzeile. Einfach Tür zu. Die Betriebsaufgabenquote im Handwerk sprang von 0,97% auf 1,51% — ein Anstieg von über 55%.
Die Kette: Kein Personal → keine Aufträge → kein Betrieb
Man denkt, Firmen gehen pleite wegen schlechter Auftragslage. Oft stimmt das Gegenteil: Die Aufträge sind da. Aber keiner kann sie ausführen.
DIHK Fachkräftereport 2025/2026
40% der deutschen Unternehmen mussten Aufträge ablehnen — weil Personal fehlte.
90 Milliarden Euro Wertschöpfung gehen jährlich verloren. Das sind über 2% des BIP.
387.000 Stellen im Handwerk offen — jede dritte bleibt unbesetzt.
Die Besetzungsdauer einer Handwerksstelle hat sich verdoppelt: von 104 Tagen im Jahr 2015 auf 224 Tage im Jahr 2024. Über sieben Monate für eine einzige Stelle.
So lange hält kein Betrieb durch. Nicht bei laufenden Fixkosten. Nicht bei Kunden, die nicht warten.
Was ein einziger Abgang wirklich kostet
Die Faustformel aus Studien: Ein Mitarbeiter, der geht, kostet 100–150% seines Jahresgehalts.
| Kostenfaktor | Betrag |
|---|---|
| Stellenanzeige + Vermittler | 2.000–8.000 € |
| Einarbeitung (3–6 Monate Produktivitätsverlust) | 10.000–20.000 € |
| Mehrbelastung Kollegen + Qualitätsrisiko | 5.000–15.000 € |
| Entgangene Aufträge während Vakanz | 10.000–30.000 € |
| Gesamt pro Abgang | 37.000–65.000 € |
Bei einem 10-Mann-Betrieb, der 2 Stellen nicht besetzen kann: 20% weniger Kapazität bei gleichen Fixkosten. Das hält kein Betrieb jahrelang aus.
Die andere Seite: Betriebe, die es anders machen
Ich sehe aber auch das Gegenteil. Jeden Tag. Betriebe, die frühzeitig handeln. Die nicht warten, bis die Baustelle steht und keiner da ist.
Die sich im Februar melden und sagen: „Im April brauche ich zwei Leute. Fangen wir jetzt an.“
Die eine ordentliche Unterkunft bereitstellen. Die am ersten Tag sagen: „Wenn du ein Problem hast, ruf mich an.“ Nicht weil sie nett sein wollen — sondern weil sie wissen, was ein Abgang kostet.
Diese Betriebe haben keine Personalprobleme. Die haben Wartelisten.
Die Gegenrechnung
Investition in Mitarbeiterbindung — bessere Unterkunft, 200€ mehr Gehalt, ein Ansprechpartner — kostet ca. 3.000€ pro Jahr. Ein einziger vermiedener Abgang spart 50.000€. Das ist ein ROI von 1.600%.
Was Sie jetzt tun können
- Planen Sie früh. Wer im April Leute braucht, muss im Februar anfangen. 224 Tage Besetzungsdauer sind Realität — aber nicht, wenn Sie die richtigen Kanäle nutzen.
- Investieren Sie in Bindung. Eine ordentliche Unterkunft. Faire Bezahlung. Ein Buddy im Team. Das kostet wenig und spart viel.
- Nutzen Sie Direktvermittlung statt Zeitarbeit. Zeitarbeit kostet 15–60€/Stunde mit Aufschlag. Direktvermittlung bringt Mitarbeiter, die bei Ihnen angestellt sind und bleiben wollen.
- Handeln Sie, bevor es zu spät ist. Die Zahlen zeigen: Wer wartet, verliert. Aufträge, Mitarbeiter, am Ende den Betrieb.
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